Montag, 30. März 2009

Berg, Stadt und Tonfiguren - Huashan, Xian und Terracotta Armee

FOTOS

Donnerstag, 26.3.2009, 21:48 Peking West Railway Station - 4 RWTH Studies fahren für 231 RMB mit dem Nachtzug 14 Stunden nach Huashan. Ziel: Bergbesteigung.
Selbst Ohropax halfen bei den chinesischen Schnarchern im offenen Hardsleeper Abteil nicht mehr. Mit Rucksäcken gewabnet kamen wir am Freitag morgen bei Regenwetter an. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken hieß es Proviant kaufen und ab auf den Berg, an die 5000 Stufen empor, volles Programm. Kriminelle rutschige, nasse Stufen, in den Fels gemeißelt, beizeiten hätte ich mir einen Klettergurt und Karabiner gewünscht, aber wie heißt es so schön: No Risk No Fun! Immer weiter die Himmelsleiter empor, durch Schnee und Nebel. Dick eingemummt stiegen wir langsam höher und höher, an unzähligen Schössern vorbei, die hier als Glücksbringer gelten. Wir Mädels assen frische Gurken der Bergbewohner und Schoki rettete unseren Tag. Durch das schlechte Wetter waren die gewaltigen Felswände völlig im Nebel verhüllt, sodass wir von der grandiosen Aussicht leider nicht viel mitbekamen...Nordgipfel, kalt, nass...beschlossen wir dann gegen 17 Uhr wieder an den Abstieg zu denken - die Gondel.
Minibus ins Dorf, da den letzten Bus erwischt ins 120 km entfernte Xian. Ins Hostel, Dorm...
Das Hostel direkt am Südtor gelegen war wunderschön und sauber mit Innenhof, Restaurant und Bar. Nach einer Portion Pasta noch was trinken und totmüde ins Bett.
Samstag Bing Chaukeli (Schoki Pfannkuchen) und Obstsalat, Zugtickets kaufen und ab zur Terracotta Arme, wo uns eine andere Gruppe internationaler Mitstudies begegnete. Die Tonsoldaten waren in 3 riesigen überdachten Hallen verteilt, sehr viele der Ausgrabungen sind wieder verdeckt um die anfälligen Kunstwerke vor aggressivem Sauerstoff und Zerfall zu schützen. Man konnte erkennen, dass es trotz Nebensaison noch Tourihochburg ist. Die Ausmaße sind gigantisch... die Rückfahrt ging mit dem Bauernbus (wir hatten mal nicht auf den Lonely Plantet gehört) über die mit riesen Schlaglöchern und Matsch versehene Landstraße. Ob der Bus wohl umkippt...? Nachmittags war dann Essen im Muslimischen Viertel angesagt und Bummeln durch die dortigen Märkte und nächtlichen Gässchen. Ein wunderschöner Anblick mit den vielen bunten Farben und verschiedenen Gerüchen, die Verlockung an jeder Ecke etwas zu kaufen und die vielen Dracken die gen Himmel flogen. Abends im Hostel ein bisschen Socializing.
Sonntag war nach einem Swiss Müsli eine Fahrradtour auf der Stadtmauer angesagt. In der Sonne Radelten wir so um die Altstadt und hatten eine wundervolle Aussicht über die alten Viertel. Alles war dabei, Prachtbauten und Abrissbuden...Später gings dann in die Moschee und deren wundervollen Park, wo wir mit einem mutierten Goldfisch unsere Gaude hatten. Das malerische Künstlerviertel im Süden hat uns allen auch sehr gut gefallen, insbesondere die Menschen.
Ausschecken - 18:41 Nachtzug Hardsleeper Xian nach Peking...Montag Morgen Ankunft in Peking...

Mittwoch, 25. März 2009

Exkursion Logistiksystem Flughafen Peking Terminal 3

http://www.youtube.com/watch?v=B-R7U5pkDwo&feature=related%A0%A0

8:45 a.m treffen sich die RWTH Studies am Dong Bei Men - unserem Nordost Tor der Tsinghua Uni für eine Exkursion hinter die Kulissen des High Tech Pekinger Flughafen Terminals 3 - Danke für die Orga Patrick! Im Higer Bus ans Terminal - Sicherheitschecks, Anfertigen von Besucherausweisen...wir sind in China und alles dauert seine Zeit...
Als wir dann mit einem riesen Aufzug in den Untergrund des Flughafens fuhren hatte wir plötzlich einen ganz anderen Eindruck! Ein grandioses Logistik Gepäckfördersystem aus deutscher Hand - Siemens, Beumer...30000-40000 Gepäckstücke werden hier an einem normalen Tag abgefertigt, in der Hochsaison mehr als 50000. 360 Flüge täglich. Conveyor und high speed system vernetzt mit genialer IT - 48 km lang. Die Siemenscars sind für 70kg Kofferlasten ausgelegt. Bei Nationales Flügen wird das Gepäck in 7 Minuten vom Checkin zum Flugzeug transferiert, 20 Minuten dauert das bei internationalen Flügen aufgrund größerer Distanzen, Sicherheitscheks und Zollkontrollen. 3600 cars sind in den Normalzeiten im Einsatz, auf der high speed Strecke zwischen dem Check In und Abflugterminal, 2 km Länge, werden die cars riemengetrieben auf 8m/s beschleunigt. 170 Kameras überwachen alles, 200 Arbeiter im 3 Schichtbetrieb überprüfen und sind auf Instandhaltungs Standby. 2 komplett unabhängige Kontollräume, unzählige Ersatzcars, ein intelligentes System das Cars nur nach Bedarf einsetzt um Energie und Zeit zu sparen...das Daten 24 Stunden auf Standby hat, 6 Monate im backup speichert, das mit einem 10 Punkte Laser Scanner das Gepäch eincheckt, dieses mit barcodierten Cars koppelt, auf die richiten Cars genau zentral befördert durch Bandbeschleunigung...Unglaublich dieses System, einfach genial! Leitern hoch und runter klettern, wie im Klettergarten. Im Kontrollraum wurden wir dann vom Siemens Projektleiter und dessen IT Chef begrüßt, die wir erstmal auf alle genauen technischen Daten durchlöcherten. Das ganze wurde in unglaublichen 18 Monaten aufgebaut, getestet und freigegeben, mit nur 18 Expatriates und Chinesischen Facharbeitskräften die extra dafür in Nürnberg ausgebildet wurden! Und das alles unter dem größten Gebäude der Welt, nur für Olympia 2008!!!