Dienstag, 30. September 2008

29.09.2008 National Holidays

Heute ist Freitag, und nicht nur das Wochenende steht vor der Tür. Morgen starten die National Holidays, eine ganze Woche wird hier die Gründung der Volksrepublik am 1. Oktober 1949 gefeiert. Diesmal also zum 59. mal. Das muss gefeiert werden dachten wir uns. Und somit gehts am Mittwoch mit dem Nachtzug nach Shanghai. Wir gehen davon aus, dass es richtig voll wird, weil das ganze Land auf den Beinen ist. Der ursprünglich deutlich ambitioniertere Reiseplan musste leider aufgrund fehlender Reisepässe (das Visaproblem ist aber glücklicherweise größtenteils gelöst!) verschoben werden.

Die Leute hier sind auf jeden Fall alle sehr glücklich über Ihren Urlaub. Das Fest hat einen Stellenwert, der wohl mit unserem Weihnachten zu vergleichen ist. Alles wird geschmückt und alle Studenten bekommen Mensagutscheine.

Ansonsten war die ganze Woche durch die Uni geprägt. Da in jeder Veranstaltung Anwesenheitspflicht herrscht und wir jetzt schon mit Hausaufgaben und der Bearbeitung verschiedener Projekte gut zu tun haben. Ist vielleicht auch ganz gut, da die Prüfungsperiode ja doch sehr kurz ist und wir somit gezwungen sind den Stoff immer aktuell zu halten.
Als Reaktion auf die ersten Anzeichen von Arbeit hat ein großer Teil der Gruppe erstmal mit Husten und Schnupfen reagiert. Das mag aber auch von der deutlichen Abkühlung in den letzten Tage kommen. Das Sommerwetter ist vorbei und somit auch das Urlaubsgefühl.

Zur Uni sei noch zu sagen, dass es sich nun leider bestätigt hat, dass in unseren Kursen nur sehr wenige Chinesen sitzen. Das kommt daher, dass es für nächstes Jahr nicht vorgesehen ist das Tsinghua-Programm weiterzuführen. Es gibt angeblich Verhandlungen zwischen den Universitäten, aber da nächstes Jahr keine Chinesen nach Deutschland geschickt sitzen auch keine in unseren Kursen. Abgesehen von ein paar anderen Internationalen Studenten (alle sehr nett!) sind wir größtenteils unter uns. Trägt halt nicht gerade zur interkulturellen Verständigung bei, aber trotzdem trifft man doch mehr und mehr Leute auch aus dem Wohnheim. Mal schauen was wir jetzt auf der Reise für lustige Menschen treffen.

Dies als Zusammenfassung dieser Woche, abgesehen von kleineren Dingen (Hey, warum hat uns keiner was von der Mensa direkt gegenüber des Wohnheims erzählt?) gibt es grad nicht viel zu erzählen. Mehr dann nach dem Urlaub.

Eins hätte ich noch fast vergessen. Wie wir natürlich alle wissen ist am 3. Oktober der deutsche Nationalfeiertag. Da lässt man sich nicht lumpen uns somit sind wir alle am 8. Oktober (nicht am 3., da hier ja selber Feiertag ist und man laut Aussage der Botschaft keinen guten Caterer bekommt) in die deutsche Botschaft eingeladen.
Christian Wulff (der Landesvater persönlich, aiaiai!) wir dem Empfang beiwohnen und nach der erfolgreichen ersten Veranstaltung in der Botschaft sind wir natürlich alle sehr gespannt. Die Nachricht des Tages ist aber das deutsche Buffet und die free Bar. Man wird sehen.

Sonntag, 21. September 2008

16.09.-19.09.2008 Uni hat angefangen....

Die erste Uniwoche ist im vollen Gange und somit wird auch die Zeit knapper und es fühlt sich abgesehen vom Wetter auch nicht mehr wie Urlaub an. Der erste Eindruck der Vorlesungen war bis auf wenige Ausreißer sehr positiv. Die Uni ist doch viel verschulter als wir es aus Deutschland kennen...es gibt sogar wieder die gute alte Pausenklingel.

In einigen Fächern haben wir auch direkt ein paar kleine Texte als Hausaufgabe aufgegeben, jedoch mit zweifelhaftem thematischen Hintergrund...mal schauen was die nächste Woche bringt.

Am Dienstag haben wir noch unserem Schneider einen Besuch abgestattet. Dieser war abgesehen von einer Regendusche auf dem Weg dorthin äußerst erfolgreich. Die Sachen passten sehr gut, über die Farbe von Maiks neuer Hose waren wir jedoch geteilter Meinung. Das wird sicherlich nicht unser letzter besuch gewesen sein.

Das Wochenenderückt näher und wir versuchen mal eine Tour zur Mauer zu organisieren, dann gibt es auch wieder eine Menge spannender Sachen zu erzählen.

20.09.2008 Sommerresidenz und Schneider




























Unser heutiges Frühstück war harmlos. Nach zahlreichen Experimenten in der Vergangenheit genossen wir heute Reis, Pfannkuchenbrötchen, Rührei und Tomaten in der Mensa. Anschließend fuhren wir geradewegs per Velo zur kaiserlichen Sommerresidenz.
Der Sommerpalast wurde im Jahre 1750 gebaut und im Jahre 1860 von englisch-französischer Invasionstruppen niedergebrannt .Im Jahre 1888 wurde der Palast wieder aufgebaut. Dieser Palast war früher die kaiserliche Sommerresidenz und bietet auf ca. 30 km² eine faszinierende Palast- und Gartenanlage mit kleinen Pagoden, Brücken und Pavillons. Er ist der größte und am besten erhaltene kaiserliche Garten Chinas.
Beim Tretbootfahren erholten wir uns von der ersten Vorlesungswoche und genossen später die schöne Aussicht über die Residenz und Peking von einer hoch gelegen Temperlanlagen.
Abends holten wir noch die frisch geschneiderte Kleidung bei "Lisas Tailorshop" ab. Der Tag klang bei einem kühlen Glas Qingdao-Bier im "06-24" aus.

Freitag, 19. September 2008

19.09.2008 - Visaverlängerung und Party in der Deutschen Botschaft

Visa: Bürokratie sieht hier folgendermaßen aus: Man gehe in Gebäude 22 zum Foreign Students Affairs Office, wo man eigentlich immer sehr schnell und gut beraten und bedient wird, wenn es nicht grade um das Visum geht. Ein ‚Offizieller’ aus der Visaagentur erscheint, wenn er mal Lust hat, obwohl die Öffnungszeiten täglich von 8:30-12, von 13:00-14:00 wären. Heute kam er um 10:30, schaltete 10 Minuten später seinen Rechner an, mittlerweile waren 2 Räume komplett mit Studenten gefüllt, ca. Hundert an der Zahl, die wie Hyänen über ihr Beute herfielen. Er behielt aber völlig die Ruhe und verschwand irgendwann einfach mit einem riesen Stapel Pässe um sie zu kopieren. Da ich nach einer Stunde langsam Bammel um unsere 4 Pässe bekam machte ich mich auf die Suche und blieb schließlich so lange daneben stehen, bis ich alle wieder hatte. Ich hätte beliebig viele mitnehmen können! Die nächste Woche werden wir wohl immer wieder da hinrennen dürfen, zur Polizei…bis wir ein ‚Perminent Residence Permit’ bekommen.


Abends ließen wirs dafür aber richtig krachen auf dem Rockkonzert in der deutschen Botschaft im Pekinger Sunlitun Distrikt. Die Schüler der hiesigen Deutschen Schule heizten mit Beatles, Queen…so richtig ein. Der Deutscher Botschafter Dr. Schaefer und Frau Gudrun haben uns herzlich mit deutschen Häppchen, Wein und Bier empfangen, was natürlich sehr willkommen war nach Reis, Gemüse und Fleisch. Maik begeisterte uns am Flügel...


Sie waren sehr aufgeschlossen und haben uns auch direkt auf die nächste Party eingeladen! Mit den anderen Gästen, viele Deutsche Studenten, kamen wir schnell in Kontakt und feierten im Anschluss nach einem Fußmarsch zum Workersstadium im ‚Mix’, einem der ‚High Society’ Clubs und ließen dort den Abend mit Jägermeister, Campari-O und dancen ausklingen.

Samstag, 13. September 2008

12.09.2008 - Verbotene Stadt, Tiananmen und Houtongs

Jetzt muss steht also mal wieder Touristenprogramm auf der Karte - die verbotene Stadt.

Aber erstmal mit dem Fahrrad zur U-Bahn, bei dem Tempo hat leider Flitzs Kette aufgegeben. Dadurch wurde natürlich ein erneuter Bersuch beim Fahrraddoktor unerlässlich. Das vertagten wir aber erstmal auf den Nachmittag, somit musste Franziskas Packesel zwei Studenten tragen und der Flitz musste ordentlich in die Pedale treten.
An der U-Bahn angekommen stellte sich natürlich wie immer die Parkplatzfrage, einige findige Zweiradfahrer haben eine sehr effiziente Methode gefunden die Fahrräder zu parken.

Dann schnell mit der U-Bahn zur verbotenen Stadt, aber immer schön festhalten!






Vor der verbotenen Stadt laufen zum Glück genug Menschen rum, die ein Gruppenfoto von unserer kleinen Reisegesellschaft machen können. Heute ist es sowieso außergewöhnlich voll, da heute Vollmond ist und in China das traditionelle Mooncakefest gefeiert wird. Dank Daos bemühungen kamen wir am Abend auch noch dazu etwas von einem Mooncake zu probieren. Aber genung vom Kuchen, jetzt geht es erstmal rein in die verbotene Stadt, Residenz mehrerer chinesischer Kaiserdynastien und deren angestellten. In den turbulenten letzten hundert Jahren Chinas wurde der Palast leider mehrmals beschädigt und war bis kurz vor dem historischen Besuchs Nixons in China längere Ziet (5 Jahre?) geschlossen. Soviel zur Geschichte, jetzt aber schnell rein!

Über dem Eingang hängt ein nicht zu übersehendes Gemälde Maos. Schätzungsweise 5 Meter hoch. Sieht aus der Nähe schon sehr beeindruckend aus. Soll angeblich auch regelmäßig erneuert werden, damit keine Abnutzungsspuren erkennbar sind.


Nun folgend ein paar Eindrücke aus der Stadt. Es gibt den inneren und den äußeren Bezirk. Im äußeren wurden Empfänge und ähnlich Sachen abgehalten im Inneren wohnte dann der Kaiser.

Wir sind dann einfach mal drauf los gelaufen, Franziska wollte Ihre Kamera gar nicht mehr weglegen - etwas mehr Fotos haben es ins Fotoalbum geschafft - und fotografierte alles was nach traditioneller chinesischer Bauweise aussah. Bei näherem Hinsehen sieht man aber auch wieder die für China typischen Baumängel. Viele Sachen sehen sehr schön aus aber oft blättert Farbe und Sachen wurden nur provisorisch repariert...
Aber wir hatten trotzdem viel Spaß, leider waren die Museen recht enttäsuchend und irgendwann zwischen dem Bronze- und Waffenmuseum mussten wir uns denn mal beeilen, denn "Maik Hunger!"

Nach einem letzten Blick auf die schönen Dächer machten wir uns dann auf ein traditionelles chinesisches Viertel zu finden, welches irgendwo "Südlich des Platz de himmlischen Friedens" liegen sollte. Franziska fragte dann aber mutig einen Polizisten und wir wurden ausgesprochen schnell fündig.


Unser erstes Essen auf der Straße gestaltete sich äußertst lecker. Auch wenn die Verkaufsstände am Straßenrand oft gewöhnungsbedürftigt aussehen, der Geschmack ist oft einen Besuch wert.

Nachdem der Bauch gefüllt war schlenderen wir noch ein wenig durch das Viertel...
...um uns dann auf den Weg zum Silk-Market zu machen. Nach harten Verhandlungen erstanden wir da wieder ein paar Kleidungssrücke sowie andere "Originale". Nach dem ganzen Trubel dort war die Energie für den Tag auch verbraucht und zum Abendessen weihten wir Maiks Sandwichtoaster ein (lecker Käse!).

12.09.2008 - Paralympics, Schneiderlein und Quak!









Paralympics sind angesagt mit den in der Bank of China erstandenen Tickets! Ab in den Untergrund, durch das Menschengedränge, durch die Warteschlagen, durch die Securitychecks und rein ins Vogelnest. Ameisen oder Termiten die unzählige Stufen hinaufkrakseln und ihre Plätze suchen. Schließlich der Eingang in schwindelnder Höhe, die Sicht auf die Arena.
Unten waren Rollstuhlrennen, 100m Sprint, Speerwurf, Weitsprung und Dreisprung zu sehen, Siegerehrungen und Nationalhymnen zu hören bei der jeweils das gesamte Stadion aufstand. Ein grandioses Spektakel.
Mittags hatten wir irgendwann Hunger und die Sonne stieg uns zu Kopfe, so dass wir das Stadion verließen und uns einfach entschlossen zu den Wasserspielen
vor dem Glaskubus zu gehen.
Die Springbrunnenanlage die ihr Schauspiel zur Musik vorstellte und kleine Kinder die Wasser matschten animierte uns samt Klamotten einfach mal loszulaufen! Wir drei gebadete Pudel waren schnell Publikumslieblinge und hatten unseren Spaß!
Anschließend gabs Essen aus Selbstkochenden Schalen, Reis mit Soße und ColaCola. Nach einer kleinen Stärkung und Klamottentrockenen in der Sonne und Fotoshooting mit Asiaten die uns Westler als Motive lieben, gings weiter.
Diesmal schlenderten wir relativ planlos und Müde durch den unglaublich weiträumig angelegten Olympiapark, chillten, beobachteten und wurden beobachtet. Die U-Bahn beförderte uns weiter nach Xidan, in der Hoffnung einen besseren Klamottenmarkt zu finden. Anstatt dessen fanden wir 0-8-15 Einkaufszentren, ein bisschen groß vielleicht, aber sonst ok. Ja! Sowas ging natürlich überhaupt nicht – Taxi war absolut keines aufzutreiben, selbst nicht besondersten Winktechniken. Ergo stiegen wir wieder in den Untergrund und tauchten im Botschaftsviertel auf der Suche nach einem Schneider und Kaffee wieder auf. Starbucks war die Rettung nach der ganzen Latscherei und irgendwann fanden wir auch mal ein Taxi. Jetzt nur noch dem Taxi Fahrer klar machen dass wir in die Sunlitun Road in den E3 Center zur Schneiderei Lili wollen! Kinderspiel! Sunlitun war fraglich, aber Maik plapperte munter seine Bier-Bestellkenntnisse aus dem Nähkästchen und schwups die wups waren wir schon da.. E3 Center, „ting“ raus! Fünfter Stock und wir standen in einem reisen Sortiment voll Stoffen. Alle wurden vermessen und bestellten, träumten schon von Anzügen aus den tollsten Stoffen.
Der Hunger trieb uns an. Wieder ins Taxi, diesmal zu Woudaokou, unsere U-Bahn Haltestelle, auf unsere Drahtesel und was chinesisches zu essen finden! Kein Problem, einfach in die Ecke vom letzen mal und einfach probieren. Bestellung aus dem Bilderbuch…und dann kommen 4 Speisen, Nachtisch und Getränke. Wenn man nur wüsste was das alles ist, was man da isst…was ist klein und hüpft, schmeckt zwischen Hühnchen und Fisch, hat ganz dünne Knochen…ein Frosch! Und er war lecker!

Freitag, 12. September 2008

11.09.2008 - Einschreibung, Freibad und Essen

Vor der offiziellen Begrüßung durch unser Department Industrial Engineering durfte natürlich das obligatorische Frühstück bei Maik nicht fehlen: Müsli, Joghurt, Tee, Obst, Vollkornbrot, Salami und Erdnussbutter! Nachdem wir endlich den Hörsaal im richtigen Gebäude gefunden und wir die Einführung, Ansprache und Formalien hinter uns gebracht hatten war auch schon wieder Mittagspause angesagt.
Mittagspause in der Mensa „M1“ mit „Nudelsuppenteller“, danach Waschmaschine anschmeißen.


Die Besonderheit liegt darin, dass hier nur kalt gewaschen werden kann, das warme Wasser muss mit dem Wasserkocher manuell über den ganzen Flur zur Maschine getragen werden und darf insgesamt eine Temperatur von 50 Centigrade nicht überschreiten!


Departmentführung, Fotoshooting und Studentenausweisausgabe waren Pflichtprogramm; ein Tsinghua Ausweis ist hierzulande schließlich soviel Wert wie der Reisepass und Eintrittskarte zum chinesischen Elite-Leben!





Nach einer kleinen Campustour durchs Grüne im Pekinger Sonnenschein genossen wir den Sprung in den Uni Freibadpool, wo wir trotz mangelnder Chinesischkenntnisse und eingeschränkten Öffnungszeiten noch planschen durften…das Wasser war zwar Grasgrün, aber die Abkühlung tat gut! Des Abends wurde dann die Kursanmeldung durchgeführt, Gruppenpflichten sind immer etwas langwieriger und dauern schnell mal 2 Stunden, weil die Schriftzeichen für uns doch noch ein wenig zu chinesisch aussehen und Zeit doch eine andere Bedeutung hat als für uns.

Danach wagten wir uns mit den "Beijing Insidertips" noch mal vom Campusgelände und machten uns auf die Suche nach einem "gut und günstig" chinesischen Restaurant.
Die Straße fanden wir, einen hilfsbereiten Polizisten auch… aber im endefekt mussten wir uns den Schriftzeichen geschlagen geben und entschieden uns für ein anderes nettes kleines Restaurant und erfreuten uns an einer Bilderbuch-Speisekarte, auf der wir nach Lust und Laune Essen auswählen konnten:„Yi Ge“ (Das da) und so lecker Scampis, Gemüse, Spargel, viel Knoblauch, viel scharf und viel andere Sachen lecker genießen. Nach einem „gute Nacht Bierchen“ im Innenhof mit den anderen Industriellen wurde dann die Vorbereitung auf den nächsten Tag getroffen.