Montag, 6. Oktober 2008

01.10 - 05.10.2008 Shanghai - Urlaub hoch fünf






Shanghai war supi, viel wärmer als hier. Aber auch viele Menschen wie ich sienoch nie in meinem Leben auf einem Haufen gesehn habe!

Die Nachtzugerfahrung war für uns eine positive Überraschung, 4-er Kabine, ein weicheres Bett als in der Uni und alles frisch bezogen. Zuerst haben wir noch Rätselraten gespielt uns aber dann doch fürs Schlafen entschieden, zu fünft in einer Vierkabine, Fritz hatte beschlossen die Gepäckablage als Koje zu benutzen.

Morgens in Shanghai angekommen haben wir erstmal nach langem hin und her eine Rückfahrkarte nach Peking ergattert. Unser Hostel in Shanghai war etwas außerhalb aber für 6 € die Nacht genial, wie ein ziemlich gutes Hotel! Sogar mit einer richtigen Dusche ;)da wir um 10:00 schon mit Hostel-einchecken und allem fertig waren gings los durch die U-Bahn die Stadt erkunden. Wir hatten alle keinen Plan nur den lonely Planet, die kleine Bibel ;) Durch das Menschengewusel fanden wir schließlich an den Fluss um am Wasser zu flanieren - dachten wir zumindest. Um dem Tumult zu entgehen habe wir uns für eine Bootsfahrt entschieden und Fotos geschossen. Das Städtewachstum wurde von da aus richtig klar - ein Wolkenkratzer nach dem anderen der wie eine kleine Blume aus dem Boden sprießt und im Zeitraffertempo gen Himmel schnellt! Teilweise sind die Gebilde wirklich hässlich, besonders in den ärmeren Vierteln wo seit längerem keine Hutongs mehr stehen. Danach hats uns in die Altstadt verschlagen. Der Weg dorthin führte durch Armenviertel, wo die Menschen glücklich zu sein schienen obwohl sie buchstäblich auf der Straße lebten.



Eine Frau duschte sich in einer Seitenstraße, Kinder spielten, nebenan wurde Essen verkauft, gekocht, gegessen, geschlachtet...gelebt! So einfach und doch funktionierts! Das Straßenessen war auch wirklich lecker, Reis mit Gemüse und Baozi (Fleischblällchen in Teigfüllung )! Abends waren wir in Shanghais Hyatt in der Skybar und der Pino Bar und haben, Cocktails nippend und Jazz hörend, ein Feuerwerk bei bester Aussicht über die gesamte Stadt von oben betrachtet. Wundervoll.. aber halt völlig westlich und unter den reichsten Chinesen.

Am nächsten Morgen früh raus, um in Eikes Yuyuan Garten zu gelangen. Nach stundenlangem irren und wirren durch Hutongs, Baustellen und andere vermeintliche Gärten und völlig überladene Straßen und Gassen folgten wir schließlich Kompass und Instinkt, befragten ein paar Polizisten mit Dolmetscherhilfe und fanden schließlich den Weg zum *geheimen Garten*. Durch den Eintrittspreis wurde die Spreu vom Weizen getrennt und wir konnten einigermaßen in Ruhe chillen…das Wasser, Bäume und Tempel genießen und entspannen. Nach dem Frühstück im Hostel: Bohnensuppe, Baouzi, Müsli und O-Saft aßen wir dann irgendwann bei McD Geheimfavorit wurde der hot Chicken wrap – lecker – die einen haben eben andere Essesvorlieben als andere. Abends waren wir im Westlichen reichen Viertel in Bars, waren aber überhaupt nicht begeistert und haben uns für eine Runde Billiard im Hostel und ein bisschen chillen entschieden, nachdem wir anstatt in einen Kneipe in einem Tanzlokal gelandet waren…ohohohoh!! Ausschlafen und irgendwann, als dann mal alle wach waren fuhren wir zum Peoples Square und stürzten uns in die Welt des Konsumrausches – einer erfolgloser als der andere!




Einstecktücher und Kleid waren unauffindbar und so pilgerten wir zum nächtlichen Bund, dem alten wunderschönen Kolonialen Teil Shanghais um die Pugonger Skyline nochmals abzulichten. Im Geleit von 3 Chinesen gelangten wir auf der Suche nach einer Kneipe immer weiter ab vom Kurs, seilten uns nach einer Zeit ab und gelangten in den ‚coolsten Club’ direkt am Wasser, den wir zuvor von der Uferpromenade aus gesehne hatten. 6. Stock, altes Bund Haus, Dachterrasse mit Blick auf die Skyline über Pudong. Fast nur Langnasen, 10/15€ Eintritt und alle Getränke for free..jap! Westliche Musik, westliche Leute, nichts erinnerte mehr an China, es war alles irgendwie surreal. Eine Stadt die Westlich ist, Westlicher und reicher als der Westen, Ferraris vor der Tür und zugleich so arm. Das war für mich unverständlich. Morgens esse ich auf der Staße unter armen Chinesen, Abends lebe ich im Luxus unter dekadenten Westlern...ja, das Leben ist manchmal schon ziemlich krass! Am nächsten Morgen heiß es Koffer packen, viel Wasser trinken :P und ins History Museum gehen, was uns dann unser Erlebtes einordnen lies! Gerne hätte ich das Shanghai von vor 100 Jahren erlebt.




Mittagessen, Hostel, Bahnhof – notgedrungen ein letztes Mal unser Notmenüe einnehmen um die Fahrt im Soft Seater nach Beijing mit 10 Stunden Zugfahrt auszuhalten. Die Sitze waren supi, mehr platz als in der ersten Klasse in Deutschland, das Neonlicht brannte allerdings die ganze Zeit. Morgens stiegen wir dann bei blauem Himmel und sehr kalter trockener Luft in Peking aus dem Zug und eilten zum Visa Office - endlich fertig!! JUPPPII, dann schnell in die Vorlesung, Mittagessen, Group work…


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